| Großbrand 1914 Roggenmühle |
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Schon einmal hat es in der Roggenmühle ein großes Schadensfeuer gegeben.
Im Jahr 1914, also erst zwei Jahre nach der Fertigstellung des Gebäudes, kam es aufgrund einer heiss gelaufenen maschinellen Einrichtung am 7. Oktober gegen 19:00 Uhr zu einem Feuer. |
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Die Roggenmühle lag damals knapp jenseits der Stadtgrenze von Braunschweig. Auch Lehndorf war noch kein Bestandteil der Stadt Braunschweig, so dass zunächst die Freiwillige Feuerwehr Lehndorf zu diesem Feuer alarmiert worden ist. Sie war auch sehr schnell zur Stelle und erhielt Unterstützung von den Wehren aus Ölper und Lamme. Allerdings war die technische Ausstattung zu dieser Zeit kaum mit dem heutigen Standard zu vergleichen: Die in den Wehren vorhandenen Handdruckspritzen konnten dem Feuer in dem 30 Meter hohem Gebäude kaum Einhalt gebieten. Schon damals war das Feuer als Großbrand einzustufen, vor allem auch deshalb, weil das Silo noch zum großen Teil mit Getreide gefüllt war.
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Die damals schon vorhandene Berufsfeuerwehr rückte aufgrund eines Übermittlungsfehlers in der Anforderung der Kräfte nicht aus. In der Zwischenzeit hatten jedoch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger die damals noch im Stadtgebiet verteilten Feuermelder - es gab ja noch kein flächendeckendes Telefon - gezogen, so dass doch zwei Löschzüge Richtung Stadtgrenze ausrückte. Diese kehrten aber - schon in Sichtweite des Feuers angekommen - um, weil die Berufsfeuerwehr aufgrund eines Weisung des Magistrats nicht mehr jenseits der Stadtgrenzen eingesetzt werden sollte bzw. durfte.
Der damalige diensthabende Feldwebel sah die dringende benötigte Hilfe vor Ort und verhandelte telefonisch mit zahlreichen Behörden, so dass ein Zug aus Drehleiter und Motorspritze gegen 19:45 Uhr wieder gen Roggenmühle ausrückte. Begründet wurde diese Maßnahme auch damit, dass die Roggenmühle als "kriegswichtiges" Objekt eingestuft wurde.
Die Motorspritze der Berufsfeuerwehr förderte aus einem ca. 300 Meter entfernten Hydranten (noch auf dem Stadtgebiet) Wasser für die Brandstelle. Zwischenzeitlich traf auch die Dampfspritze aus Rüningen ein und sorgte für die weitere dringend benötigte Unterstützung. |
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Der Löschangriff war sehr risikoreich. Mit Hakenleitern und einem Angriff über die Dachfläche konnte ein Übergreifen auf die restlichen Gebäudeteile verhindert werden. Auch wurden im Einsatzverlauf zahlreiche gefährliche Güter (z. B. Fässer mit brennbaren Flüssigkeiten) aus dem Gefahrenbereich entfernt und Absperrmaßnahmen durchgeführt. Die Berufsfeuerwehr rückte in der Nacht wieder in die Wache ein, die vor Ort verbliebenen Kräfte löschten den Brand weiterhin, der erst durch den Einsatz eines Sprengkommandos und dem Wegsprengen der Außenmauern endgültig gelöscht werden konnte. Aufgrund des riesigen Getreidebergs konnte dieser kräftezehrende Einsatz erst am 10. Oktober, also nach 3 Tagen beendet werden.
Anzumerken ist noch, dass der Schaden damals auch einen Großteil des Gebäudes betraf und daher wie auch beim letzten vergangenen Feuer als beträchtlich angesehen werden kann. Der wesentliche Unterschied war aber, dass die eingesetzten Freiwilligen Feuerwehren aufgrund des 1. Weltkrieges personell sehr geschwächt waren und der damalige Stand der Technik keineswegs mit den heutigen Maßstäben vergleichbar ist! |
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Die - auch noch aus heutiger Sicht unsinnige - Verordnung über das Einsatzgebiet der Berufsfeuerwehr und dem damit verbundenen Einsatzverbot jenseits der Stadtgrenzen wurde in den Folgejahren nicht weiter angewandt, so dass bei einem Einsatz im Jahr 1916 - glücklicherweise nur kleinem Kellerbrand - die Berufsfeuerwehr ohne zeitliche Verzögerung zur Roggenmühle ausrückte.
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